Die osteopathische Behandlung eines Pferdes

Behandlung

Die Osteopathische Behandlung eines Pferdes dauert ca. 1 bis 2 Stunden, da das gesamt Pferd untersucht und behandelt wird, die nötige Ruhe und Vertrauensbasis erst geschaffen werden muß. Pferde nehmen die Behandlung sehr gerne an, entspannen sich innerhalb weniger Minuten, dösen vor sich hin, können aber auch etwas Widerstand aufbauen, wenn in sensiblen Bereichen des Körpers behandelt wird.

Grundsätzlich wird die Vorgeschichte des Pferdes erfragt, welche Krankheiten es vorher erlitten hatte, welche Unfälle im Laufe seines Lebens passiert sind, welche Befunde bereits durch Röntgenuntersuchungen o.ä. vorliegen. Hier zeigt sich oft ein großes Problem: Viele Pferde waren nicht immer in einer Hand. Nach der äußeren Betrachtung des Pferdes erfolgt die Bewegungsanalyse auf hartem und weichem Boden in allen Gangarten. Dies gibt bereits erste Hinweise auf Taktunreinheiten, Muskel- und Bewegungsasymmetrien. Mit der Hand werden Temperatur- und Tonusunterschiede in der Haut und der Muskulatur abgetastet.

Behandlung

Die hauptsächliche Untersuchung wird gleichzeitig mit der Therapie kombiniert. Die Beweglichkeit aller Gelenke und Muskeln, das Vorliegen von Narben und Verklebungen wird überprüft. Im Seitenvergleich finden sich Unterschiede, wonach die betroffenen Körperteile korrigiert werden und erneut Tests unterzogen werden. Die Vielfalt der angewandten Techniken ist angepasst an die Vielfalt der Ursachen von Bewegungsverlusten und die Gesamtsituation des Pferdes. Ältere Pferde mit bereits bestehenden Arthrosen werden überwiegend mit weichen Gewebstechniken behandelt, während junge Sportpferde bei Gelenksblockaden mit strukturellen Techniken eher geholfen werden kann. Aber auch da wird immer eine Technik benutzt, die dem Befund durch die fühlende Hand entspricht. Sollten sich aber Befunde ergeben, die von einem Tierarzt weiter untersucht werden müssen, wird die Behandlung entsprechend eingestellt oder unterbrochen. Akute Gelenksentzündungen, Chips oder andere Krankheiten, wie beispielsweise ein akuter Reheschub bedürfen zunächst einer tierärztlichen Behandlung.

Zahnkontrolle

Nach der Behandlung werden noch die Hufe, Zähne und der Sattel untersucht und gegebenenfalls Hinweise auf weitere Vorgehensweise gegeben. Ein Huf nutzt sich sicherlich anders ab, wenn er durch eine Korrektur der Gelenke anders auffußt. Ein zu enger Sattel verhindert die gewonnene Beweglichkeit der Schulter oder der Brustwirbelsäule. Probleme im Zahnbereich strahlen über das Kiefergelenk sehr weit aus, oder sind Ursache für Koliken, Schlundverstopfungen, oder im Fall von Wolfszähnen häufige Ursache für Mauligkeit beim Reiten. Auch werden Hinweise gegeben, wie das Tier besser bewegt wird, um bestimmte Muskelpartien zu kräftigen, damit ein Therapieerfolg auf längere Sicht eintritt.

Oft sieht man bereits am Ende der Behandlung eine deutliche Verbesserung der Bewegungen des Pferdes. Da sich die meisten Bewegungseinschränkungen nicht über Nacht bilden, muß oft einiges an Geduld und Arbeit investiert werden, damit sich ein Pferd wieder optimal bewegen kann. In den ersten Tagen werden kleine Anzeichen sichtbar: das Fell verändert sich, das Verhalten wird anders, vorher ruhige Vollblüter werden wieder munter, angeblich bösartige Tiere lassen das Steigen und Schlagen sein und vieles mehr. Die Beweglichkeit nimmt nur langsam zu, da sich die Muskulatur des gesamten Körpers wieder umbilden muß.

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