Pferdeosteopathie – kurze Übersicht

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Die Pferdeosteopathie ist eine sehr sanfte, nahezu komplikationslose und sehr effektive ganzheitliche manuelle Therapie. Sie beschränkt sich nicht auf die Behandlung von Symptomen sondern greift direkt die Ursachen an. Vor allem bei Problemen des Bewegungsapparates erzielt die Pferdeosteopathie große Erfolge. Oft entziehen sich Rückenprobleme, Lahmheiten, Taktunreinheiten, reiterliche Probleme, Verhaltensprobleme und andere „Krankheiten“ einer tierärztlichen Behandlung – sehr häufig kann die Pferdeosteopathie hier helfen.

Im 19. Jahrhundert entwickelte der amerikanische Arzt A.T. Still die Osteopathie für den Menschen. Er erkannte Zusammenhänge zwischen Veränderungen des Bewegungsapparates und der Entstehung von Krankheiten. In den USA wird diese Therapie von sehr vielen Ärzten angewendet (ca. 10%) und in der Ausbildung des Arztes vermittelt. Diesen Stand haben wir in Europa noch lange nicht erreicht, seit 1999 nimmt die Akzeptanz aber durch staatliche Anerkennung in verschiedenen Ländern Europas zu. In Frankreich wurde die Osteopathie in den 70er-Jahren dann auf die Behandlung von Pferden übertragen. Pascal Evrard brachte diese Therapie nach Deutschland und gründete 1997 mit Beatrix Schulte Wien das DIPO (Deutsches Institut für Pferdeosteopathie). Hier werden Tierärzte, Humanmediziner und Physiotherapeuten in einem 2jährigen Kurs zu Diplom-Pferdeosteopathen ausgebildet und diplomiert.

Im Gegensatz zum Chiropraktiker, „Knochenbrecher“ oder „Einrenker“ wird das Pferd ganzheitlich untersucht und behandelt, da jede Blockade eine Nah- und auch Fernwirkung haben kann. Dabei werden alle Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und eine Vielzahl von anderen Körpergeweben berücksichtigt. Eine entsprechende Vielzahl von Techniken werden an die jeweilige Situation des Pferdes angepasst: ein älteres Pferd mit Verdacht auf Arthrosen wird sicherlich anders behandelt als ein junges Sportpferd. Dies erklärt auch, warum eine Erstbehandlung 1-2 Stunden dauert. In den meisten Fällen reicht ein Termin aus.

Aber was wird behandelt? Die Osteopathie wird meist im Zusammenhang mit Gelenkblockaden erwähnt (im Volksmund „ausgerenkte Gelenke“), das Gelenk kann sich nicht so weit biegen oder strecken wie es eigentlich möglich sein sollte. Daneben werden aber auch Verkürzungen der Muskeln, Verklebungen von Sehnen, Narben, Störungen im Bereich des Schädels und der Wirbelsäule und den damit verbundenen Nerven korrigiert. Sie werden als erstes eine Verbesserung der Bewegungen beobachten, aber auch das Fell wird sich in wenigen Tagen zum Positiven verändern, da im gesamten Körper die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. So kann die Osteopathie auch bei anderen Krankheiten wirksam werden.

Am Ende der Behandlung werden die Hufe, Sattel und Zähne kontrolliert, da hier häufig Einflüsse auf den Bewegungsapparat gefunden werden. Ein Therapieplan ermöglicht es Ihnen, mit ihrem Pferd weiter zu arbeiten und die Entstehung neuer Probleme zu vermeiden.

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